Teemischen leicht gemacht
So gelingt deine eigene Kräutertee-Mischung
Wenn wir von Tee sprechen, denken viele automatisch an Kräuter- oder Früchtetee. Genau genommen bezeichnet der Begriff „Tee“ jedoch nur den Aufguss aus den Blättern und Knospen der Teepflanze (Camellia sinensis). Alles andere – von Pfefferminztee bis Kamille – zählt streng genommen zu den „teeähnlichen Erzeugnissen“. Doch im Alltag hat sich längst eingebürgert, alles, was wir in heißem Wasser aufgießen, liebevoll „Tee“ zu nennen.
Und das ist auch gut so – denn die Welt der Kräuter- und Früchtetees ist unglaublich vielfältig. Jede Pflanze bringt ihren ganz eigenen Duft, ihre Farbe und ihre Wirkung mit. Schon unsere Vorfahren wussten, dass ein Aufguss aus Blüten oder Blättern nicht nur wohlschmeckend, sondern auch heilend sein kann. Besonders spannend wird es, wenn du dir deine eigene Kräutertee Mischung zusammenstellst. Klingt kompliziert? Ist es gar nicht! Mit ein paar einfachen Grundregeln kannst du ganz leicht Kräutertee selber mischen – und dabei deine ganz persönliche Tee-Rezeptur entdecken.
Hinweis auf Allergene: einzelne Pflanzen, wie z.B. Korbblütler
Dafür brauchst du:
Wil.Kräuter deiner Wahl, eine Waage, eine Schüssel
So geht's
Schritt 1: Wähle ein Thema oder eine Wirkung
Überlege dir zuerst, was dein Tee können oder ausdrücken soll. Möchtest du dich entspannen? Dann könnte deine Mischung „Ruhe & Gelassenheit“ heißen. Suchst du Frische? Vielleicht „Wald & Wiese“ oder „Sommerbrise“. Auch ein saisonales Motto macht Spaß – ein wärmender Wintertee mit Zimt und Hagebutte schmeckt ganz anders als eine leichte Frühlingsmischung mit Löwenzahnblüten. Dein Motto bestimmt, welche Pflanzen du als Basis auswählst, und verleiht deiner Teemischung eine persönliche Note.
Schritt 2: So baust du deine Teemischung auf
Sobald du dein Thema oder deine gewünschte Wirkung festgelegt hast, geht es ans kreative Zusammenstellen. Damit deine Mischung harmonisch wird, kannst du dich an diesem einfachen Bauplan orientieren:
Sie bilden das Herz deiner Mischung. Ob beruhigend (z. B. Melisse), stärkend (z. B. Brennnessel) oder klärend (z. B. Salbei) – hier setzt du den Schwerpunkt. Ohne sie würde die Mischung keinen klaren Charakter haben.
Sie geben Volumen, ohne zu dominant zu sein. Klassiker sind Zitronenmelisse, Apfelminze, Himbeer- oder Brombeerblätter. Sie füllen die Mischung sanft auf und verbinden die unterschiedlichen Aromen miteinander, fast wie ein „Kitt“ zwischen den intensiveren Pflanzen.
Hier kommt die Würze ins Spiel. Kräuter mit vielen ätherischen Ölen wie Lavendel, Lindenblüten oder Pfefferminze sorgen für eine besondere Note. Je nach Wahl kannst du deinem Tee Frische, Süße oder sogar eine leicht würzige Schärfe verleihen – Anis oder Fenchel eignen sich hier ebenfalls wunderbar.
Das Auge trinkt mit! Bunte Blüten verleihen deinem Tee nicht nur Schönheit, sondern auch Stimmung: Rot wirkt anregend, Blau beruhigend, Orange aufmunternd. Besonders beliebt sind Rosenblüten, Kornblumen oder Ringelblumen, die beim Aufgießen leuchtende Farben entfalten und die Mischung zu einem kleinen Kunstwerk machen.
Zwei Tipps zum Schluss
1 Manche Pflanzen können gleich mehrere Rollen erfüllen. Die Zitronenmelisse ist zum Beispiel Füllpflanze und Geschmackspflanze zugleich – vielseitig und ideal für Einsteiger:innen. Auch Himbeerblätter sind gute Allrounder: mild im Geschmack, füllend und dabei reich an wertvollen Inhaltsstoffen.
2 Unter Kräuterkundigen hält sich die Faustregel: Mische immer eine ungerade Zahl an Pflanzen (z. B. 3, 5 oder 7). Ob du dich daran hältst, bleibt dir überlassen – erlaubt ist, was schmeckt. Manchmal entsteht gerade durch das Brechen einer Regel etwas ganz Besonderes.
Jetzt bist du bereit, Kräutertee selber zu mischen. Experimentiere, probiere aus und finde deine ganz persönliche Rezeptur. Vielleicht möchtest du deine Kreationen sogar benennen – das macht sie noch einzigartiger und du erinnerst dich später leichter an deine Lieblingsmischung.
Denn ein selbstgemachter Kräutertee ist nicht nur ein Getränk – er ist ein Stück Natur im Alltag, das Körper und Seele gleichermaßen guttut, Wärme schenkt und dich für einen Moment innehalten lässt.
